Aus dem Tagebuch eines homosexuellen Mannes-

Zu Hause ist dort,
egal ob nah oder fort,
wo die Menschen einem am Liebsten sind,
das weiß doch jedes Kind.

 

Daheim ist da,
es ist ganz wunderbar,
wo man geliebt wird wie man ist,
auch wenn man nicht gern Spinat isst.

 

Doch wieder fragt meine Mutter mich,
ob ich denn mittlerweile eine Freundin hätte, oder nich’?
Ich möcht es ihr entgegenschrein’:

 

NEIN, Mama, NEIN,
 ich habe einen Freund,
mit dem ich mich gestern schön am Strand gebräunt’.
Mama, du bist vielleicht kein Kenner, doch!
öffne deine Augen- ich mag Männer!

 

Doch mein Mund bleibt wie immer stumm.
Ich möchte sie nicht verletzen,
also werde ich nicht hetzen.

 

Ich verschwinde in meinem Zimmer
und bete wie immer,

 

dass ich eines Tages als homosexueller Mann,
diesen Ort mein zu Hause nennen kann.

 

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